22. März 2011 | Rüsselsheimer Echo - Bei ein paar Aufträgen lohnt es sich

Die Rheinland-Pfalz-Ausstellung ist auch für Unternehmen aus dem hessischen Grenzland attraktiv. VON RALPH KEIM

MAINZ. Nichts geht mehr, hieß es am späten Sonntagmittag für alle, die die Rheinland-Pfalz-Ausstellung mit dem Auto anfahren wollten. Schönstes Frühlingswetter bescherte dem zweiten Tag der neuntägigen Schau den ersten Besucheransturm, dem die Parkplatzkapazität vor Ort nicht gewachsen war. Auf dem weitläufigen Messegelände bei Mainz-Hechtsheim schoben sich derweil die Besuchermassen durch die Hallen und über das Freigelände. Noch bis zum 27. März zeigen bei der 40. Auflage der Verbraucherschau rund 750 Aussteller ihre Dienstleistungen und Produkte. Erwartet werden rund 80 000 Besucher.

Unter den Ausstellern finden sich auch Firmen aus dem Landkreis Groß-Gerau und dem Main-Taunus-Kreis. Erstmals bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung dabei ist Matthias Luckow, Inhaber der Rüsselsheimer Firma HHG-Dienstleistungen, die sich auf Innenausbau mit Möbeln aus Massivholz spezialisiert hat. Sogar Waschbecken aus Holz gibt es beim ihm. „Ich habe mich mit meinem Unternehmen vor drei Jahren selbstständig gemacht und bislang auf Mund-zu-Mund-Propaganda gesetzt", erläutert Matthias Luckow, der sich von der Präsenz auf der Ausstellung erhofft, den Bekanntheitsgrad seiner Firma über die Grenzen Rüsselsheims zu erweitern.

Den Besucheransturm am Sonntag bewertete der Rüsselsheimer eher skeptisch. „Da sind sehr viele Spaziergänger dabei; die sich einfach nur umschauen." Da sei der erste Ausstellungstag schon wesentlich besser gewesen. ''Da hatte ich einige interessante Gespräche.“ Einen mittleren vierstelligen Betrag kostet Matthias Luckow die Teilnahme an der Rheinland-Pfalz-Ausstellung. Er hofft auf möglichst viele Folgeaufträge aus den Informationsgesprächen. „Wenn ich zwei bis drei Aufträge bekommen würde, hätte sich der Aufwand schon gelohnt." Ob sich Matthias Luckow auch im nächsten Jahr wieder an der Verbraucherausstellung in Mainz beteiligen wird, will er ebenfalls von den Folgeaufträgen abhängig machen. Gabriele Bönder aus Bischofsheim ist ebenfalls zum ersten Mal dabei.

Sie präsentiert ihre Geschäftsidee, die sie sogar patentieren ließ: Gabriele Bönder lässt zu speziellen Themen übersichtliche Broschüren in Blockform produzieren, beispielsweise zu Gesundheit und Wohlbefinden", „Kunst und Design" oder auch „Alles rund ums Haus". Diese handlichen Blöcke bieten eine Mischung aus Werbung und Information. Es sind Firmen und Institutionen, die Gabriele Bönder die Blöcke in größeren Mengen abkaufen und sie
wiederum an ihre Kundschaft als Werbegeschenk  weitergeben. Von den ersten beiden Tagen zog die Unternehmerin ein positives Fazit. „Wir haben eine sehr gute Resonanz an unserem Stand."

Seit zehn Jahren ist Dieter Möckel mit seinem Ginsheimer Betrieb für Balkon- und Terrassenbeschichtung bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung  dabei.
Während der Ausstellungswoche ruht der normale Firmenbetrieb. Dennoch lohne sich die Teilnahme an der Schau. Wie alle handwerklich orientierten
Aussteller setzt auch Dieter Möckel auf Informationsgespräche, denen dann vielleicht nach einem Termin vor Ort ein konkreter Auftrag folgt. Auf die zurückliegenden Rheinland-Pfalz-Ausstellungen blickend will Möckel die Teilnahme an dieser Schau nicht missen. „Es lohnt sich", lautet seine Einschätzung.

Am Stand der Ginsheimer Erlenhof Peter Schmitz GbR herrscht ständig Hochbetrieb. Denn hier können sich die Hobbygärtner über Dünger und Schädlingsbekämpfung informieren. Auch wer eine größere Fläche schnell mit Gras begrünen möchte, wird an diesem Stand fündig. Hier gibt es nämlich den bekannten Rollrasen. Zu den Schwerpunktthemen der Rheinland-Pfalz-Ausstellung 2011 zählen das Energie-sparen und alternative Heizmöglichkeiten, will man sich zuhause vom Öl verabschieden. Angesichts der Katastrophe in Japan hat dieses Thema eine zusätzliche Brisanz bekommen. „Man kann schon sagen, dass die Vorkommnisse in Fukushima sich auch hier auf der Ausstellung bemerkbar machen", hat Heiko Hoffarth von der Hochheimer Rath KG, einem Fachgroßhandel für Haustechnik, beobachtet. Gefragt seien jetzt auch wieder Solaranlagen, die nach der Kürzung der staatlichen Zu-schüsse schon auf dem absteigenden Ast gewesen seien, so Hoffarth In vielen Bereichen lockt die Schau mit satten  Preisnachlässen. In den Hallen bieten Händler Rabatte von bis zu 70 Prozent. Auf dem Freigelände stehen Autos, die zu einem satten Preisnachlass zu haben sind, sofern man an einem der Ausstellungstage seine Unterschrift unter den Kaufvertrag setzt.